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Bild 12: Ruptur der Rotatorenmanschette



Bild 13: Magnet Resonanz Tomo-grafie der Schulter bei gerissener Rotatorenmanschette



   

Schulter / Riss der Rotatoren-Manschette

1. Allgemeines zum Schultergelenk
1.1 Allgemeines zu Funktion und Anatomie
2. Krankheitsbilder Schulter


2.1 Arthrose des Schultergelenkes (Gleno-Humeralarthrose)
2.2 Impingenmentsyndrom (Engpassyndrom unter dem Schulterdach)
2.3 Tendinitis calcarea (Verkalkung in Sehnen und/oder Schleimbeutel)
2.4 Riss der Rotatoren-Manschette
2.5 Arthrose des Schulter-Eckgelenkes2.6 Entzündungen des Schultergelenkes

2.4. Riss der Rotatoren-Manschette

Allgemeines, Anatomie

Aktiv wird das Schultergelnk durch die die Rotatorenmanschette und die schulterumspannende Muskulatur stabilisiert. Die Rotatorenmanschette besteht aus den Sehnen von 4 Muskeln: M. supraspinatus, M. infraspinatus, M. subscapularis und M. teres minor. Die Muskeln der Rotatorenmanschette helfen mit den Arm zu heben und zu drehen. Ferner wird durch sie bei gehobenem Arm der Oberarmkopf in die Schultergelenkpfanne gedrückt. Die Sehnen haben Areale eingeschränkter Blutversorgung.  

Am häufigsten finden sich Risse in der Sehne des M. supraspinatus.

Siehe Bild 12 - Ruptur der Rotatorenmanschette


Ursachen
• Alterungsprozess der Sehnen der Rotatorenmanschette
• starke mechanische Belastung der Sehnen der Rotatorenmanschette
• Kombination der beiden Ursachen
• Ältere Patienten um 60 Jahre
• Direkte Verletzung durch Sturz, Heben oder Auffangen eines
schweren Gegenstandes bei ausgestrecktem Arm

Symptome
• Zu Beginn der Erkrankung (kleiner Riss) meist nur geringe oder
keine Symptome
• Je größer der Riss umso häufiger treten Beschwerden auf
• zunehmende Einschränkung der Beweglichkeit, v.a. bei
Seitwärtsheben des Armes
• Zunehmende Schwäche je ausgedehnter  der Riss
• Bei komplettem Riss kann der Arm nicht mehr aktiv seitwärts
angehoben werden

Diagnostik
• Patientenbefragung (Schmerzanamnese, etc.)
• Klinische Untersuchung
- Druckschmerz
- Schulterbeweglichkeit passiv, Schulterbeweglichkeit aktiv
• Schulterröntgen
• Ultraschall
• Magnet Resonanz Tomografie


Siehe Bild 13 - Magnet Resonanz Tomo-grafie der Schulter


Behandlung


Konservative Therapie

• Orale Schmerztherapie, NSAR
• Lokale Kältetherapie
• Lokalinfiltration
• Physiotherapie
- Bewegungsübungen zur Verbesserung der Schulterbeweglichkeit
- Kräftigungs- und Dehnungsübungen der Rotatorenmanschette und
der schulterumspannenden Muskulatur
- Koordinationsübungen für Schulter- und Schulterblattmuskulatur

Lokalinfiltration
Unter aseptischen Bedingungen wird eine Injektion mit kristalloiden Kortisonpräparaten und einem Lokalanästhetikum durchgeführt. Im Bedarfsfalle kann die Infiltration wiederholt werden.  

Operative Therapie
Totale Risse der Rotatorenmanschette heilen nicht. Partielle Risse können heilen. Die Notwendigkeit eines operativen Eingriffes hängt vor allem von den Beschwerden, dem Aktivitätsgrad und dem Lebensalter eines Patienten ab.
 
Arthroskopisches Debridement
Über 2 kleine Hautinzisionen werden eine Kamera mit Lichtquelle einerseits und spezielle chirurgische Instrumente andererseits verwendet. Nach Lokalisation des Risses und Inspektion mit dem Arthroskop können kleinere geschädigte Areale partiell entfernt werden.

Arthroskopisches Debridement und Acromioplastik
Bei kleineren partiellen Rissen werden die geschädigten Areale partiell entfernt und anschliessend der Unterrand des Acromions abgehobelt. Hierdurch wird der subacromiale Raum erweitert. Üblicherweise lassen sich hierdurch sehr gute Operationsergebnisse erzielen.

Arthroskopische Rotatorenmanschettennaht, Ankerfixierung
Nach Entfernung der geschädigten Sehnenanteile wird der Oberarmkopf im Bereich des Ansatzes der Rotatorenmanschette aufgerauht und Bohrlöcher für die Knochenanker angelegt. Nachdem die Knochenanker in den Knochen eingebracht worden sind erfolgt die Naht der Sehne und Fixation mit den Knochenankern. Die arthroskopische Rotatorenmanschettennaht erfordert viel chirurgische Erfahrung.

Offene Rotatorenmanschettennaht
Nach Durchtrennung der Haut, des Fettgewebes und der Muskeln wird der Sehnenriss dargestellt. Geschädigte Sehnenanteile werden entfernt und anschliessend vernäht.

Debridement
Ist der Defekt zu ausgedehnt um ihn zu reparieren oder das Gewebe zu brüchig, so werden verbliebene Anteile der Rotatorenmanschette entfernt und geglättet. U.U. werden weitere Läsionen behandelt. Dieser Eingriff verbessert eine vorbestehende Schwäche nicht. Meist ist postoperativ mit einer verminderten Schulterbeweglichkeit zu rechnen. 

Postoperative Rehabilitation nach arthroskopischer Naht
• Orale Schmerztherapie, NSAR, lokale Kältetherapie
• Physiotherapie nach ca. 10 Tagen postoperativ
- passive Bewegungsübungen, dann aktive Bewegungsübungen
- Dehnungs- und Kräftigungsübungen nach ca. 4 Wochen
- Koordinationsübungen für die Rotatorenmanschette und
schulterumspannende Muskulatur

Postoperative Rehabilitation nach offener Dekompression
• Orale Schmerztherapie, NSAR, lokale Kältetherapie
• Physiotherapie nach ca. 14 Tagen postoperativ
(meist nach Nahtentfernung)
- passive Bewegungsübungen für ca. 3 - 4 Wochen,
- nach 6 Wochen aktive Bewegungsübungen, Dehnungsübungen
- Koordinationsübungen für die Rotatorenmanschette und
schulterumspannende Muskulatur